Kažun

Kažun ist ein kleiner Feldunterstand, der in eine Trockenmauer gebaut wurde – nur aus Stein, ohne irgendwelches Bindematerial. Neben seiner Funktion als Unterschlupf wurde er auch zur Überwachung der Felder und Weingärten vor der Ernte und Weinlese genutzt.

Die Herkunft des Kažun kann man nicht mit irgendeiner ethnischen Gruppe in Verbindung bringen, da die Gebäude älter als alle bekannten Kolonien an der Halbinsel von Istrien sind. Am häufigsten trifft man auf sie im südlichen und westlichen Teil Istriens und heute sind sie das bekannteste Symbol von Istrien. Dabei handelt es sich um einräumige Steinbauten, meistens mit einem runden oder viereckigen Grundriss. Sie sind eine Errungenschaft der urwüchsigen Baukultur uralter Zivilisationen im Mittelmeer. Der istrische Kažun ist eine einzigartige, uralte, fürs Mittelmeer typische Steinbaut, das am Gewölbe versperrt wird ohne irgendwelche anderen Konstruktionselemente oder Baumaterial. Runde Kažun-Bauten sind typisch für das südliche Istrien, viereckige Formen trifft man eher in Nordistrien, vor allem im Gebiet um Poreč. Das wertvollste Beispiel dieser Volksarchitektur ist nicht in der Zeit der Römer, weder unter verschiedenen anderen Einflüssen verschwunden und bis heute sind sie in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben.